THE BIRD

Nun ist das Fellas nicht mehr, aber Hunger hat man trotzdem noch.

Wieso nicht ein paar Schritte weiter gehen, Richtung Max-Schmeling-Halle, auf den Falkplatz, um dort bei »THE BIRD« einzukehren?

»The Bird«, laut Eigendefinition ein(e) »New York style bar and steakhouse« wird von lustigen Amerikanern betrieben. Es gibt eine »Angry Hour«, man wird angehalten mit den Fingern zu essen, die Speisen (vornehmlich Burger) sind augenzwinkernd beschrieben, die Kellner und –innen sprechen eher kein Deutsch, alles ist ziemlich relaxt.

Soweit so gut. Prinzipiell geht man in se Bird, um Burger zu essen. Die gibt’s mit deutschem Rindfleisch, und die Qualität des Fleisches wird allerorts (etwa bei Qype) als ultratopgrandios beschrieben.

Mein Generalproblem mit dieser Bewertung: Wie kann ich das Fleisch überhaupt schmecken, wenn es unter zentimeterdicken Schichten Käse, Zwiebeln, Sauce, etc. begraben ist?

Deshalb zurück zum Purismus und den »Ghetto Burger« geordert. Der gute besteht im Wesentlichen aus einem Brötchen, Fleisch und, ja, und nichts. So wie es sein soll. Als Dekoration noch Zwiebel, Gürckchen und Salatblatt, aber wer braucht das schon?

Und, man kann sagen: Oh ja. Ein fetter Burger; das Fleisch ansprechend.

The Bird in Berlin Muy Gusto

Es gibt übrigens auch Steak von amerikanischem Rind, das aber noch nie probiert wurde.

»The Bird« ist also ein netter Ort, um einen guten Burger einzuschneiden, wenn man einige wenige Mankos geflissentlich übersieht: Die Einrichtung erinnert ein wenig ans »Brüninghaus«; bloß findet sich im »The Bird« mehr Nippes. Es ist also eine zart obskure Interpretation aus »Alpenländisch trifft se USA« und es sieht leider genauso aus.

Und: Man sollte nicht versuchen, den Burger »well done« zu bestellen. Das mögen die Leute im »The Bird« nicht, da dauert die Zubereitung ca. 100 Mal so lange. Was in jedem anderen Lokal als arrogante Gängelung des Gastes aufgefasst würde, wird hier von den meisten stillschweigend akzeptiert.

Dennoch: Ein gutes Burgerlokal; preislich geht’s bei rund neun Euro für den Ghetto Burger los. Tipp: Während der »Angry Hour«* (darauf ein sardonisches Haha) an der Bar sitzen, Burger essen, Bierchen trinken.
*18 – 20 Uhr

★★★★☆
Rock'n'roll ain't noise pollution

THE BIRD in BERLIN
Am Falkplatz 5
10435 Berlin
Online www.thebirdinberlin.com

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